Ausschuss für berufs- und allgemeinbildende Schulen (ABAS)

Montag, 05. Dezember 2016 , 16:00 Uhr
Großer Sitzungsraum, Südertor 6, 38350 Helmstedt


TOP 1 Eröffnung der Sitzung

Protokoll:

Der Vorsitzende eröffnet um 16.00 Uhr die 2. öffentliche Sitzung des Ausschusses für berufs- und allgemeinbildende Schulen.

 
TOP 2 Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung und der Beschlussfähigkeit

Protokoll:

Der Vorsitzende stellt die ordnungsgemäße Ladung und Beschlussfähigkeit fest.

 
TOP 3 Feststellung der Tagesordnung

Protokoll:

Gegen die Tagesordnung bestehen keine Bedenken.

 
TOP 4 Einwohnerfragestunde – Fragen von Einwohnerinnen und Einwohnern des Landkreises Helmstedt zu Beratungsgegenständen der Sitzung oder zu anderen Angelegenheiten des Landkreises Helmstedt

Protokoll:

Herr Trubjansky stellt folgende Fragen:

1.         Was wollen sie beobachten? Welches Ziel verfolgen Sie in den nächsten zwei Jahren hin            sichtlich der Prognosesicherheit?

2.         In wie weit  beeinträchtigt die Oberstufe an der IGS die Profilwahl an den Gymnasien?

Herr Schlichting antwortet, dass die Prognose nicht von nachhaltigen Schülerzahlen ausgehe. Die ermittelte Zahl von Schülerinnen und Schülern (SuS) sei langfristig nicht ausreichend. Den SuS werde in dem vorhandenen Schulsystem die Möglichkeit gegeben, ihr Abitur zu erwerben. In den erstellten Stellungnahmen sei eine Veränderung der Profile erkennbar.

Aus der Zuhörerschaft wurden folgende Fragen gestellt:

1.    Ist es bewusst, dass es in Niedersachsen ein Zentralabitur gibt?

2.    Ist es angedacht, durch die Einrichtung einer 4. Oberstufe die Profilvielfalt einzuschränken?

3.    Was passiert, wenn die Schülerzahlen für die Auffangklasse nicht ausreichend sind?

4.    Wie soll eine Steigerung der Schülerzahl (Anzahl der SuS, die an der IGS den erweiterten Sekundarabschluss I schaffen) ohne eine Perspektive einer Oberstufe möglich sein?

5.    Wie soll die Zahl aus diesem Jahrgang in den nächsten 2 Jahren die Prognose verändern?

6.    Laut dem Schulentwicklungsplan haben sich die Schülerzahlen anders ergeben als erwartet, was ist, wenn es für die Zukunft so bleibt?

7.    Wurde die Zahl der SuS ermittelt, die an eine IGS mit Oberstufe in Braunschweig oder Wolfsburg gegangen sind?

8.    Was wird unter einem attraktiven Schulangebot verstanden?

9.    Hat der jetzige 9.Jahrgang der IGS eine Möglichkeit die Entscheidung für eine Einrichtung einer Oberstufe zu beeinflussen?

10.  Warum wurden die SuS der anderen Schulformen (Realschule und Oberstufe) bei der Berechnung der Schülerzahlen für eine Oberstufe an der IGS nicht  berücksichtigt?

11.  Warum wird nicht zugunsten der Kinder entschieden und weitere 2 Jahre gewartet?

Herr Schlichting antwortet wie folgt:

Zu 1.               Dies sei bekannt.

Zu 2.                Dies sei in der Vorlage ausführlich betrachtet worden.

Zu 3.                Die Auffangklassen würden nach Auskunft des Kultusministeriums, unabhängig von Schülerzahlen gebildet. An welchem Gymnasium diese Klasse eingerichtet werden wird, sei an anderer Stelle zu beschließen.

Zu 4.                Die Anmeldezahlen für den Sekundarbereich I an der IGS seien bisher in einem guten Bereich gewesen. Es bleibe zu beobachten, ob es hier zu Veränderungen kommen werde.

Zu 5.                In einem Zeitfenster von 2 Jahren seien nicht nur die Schülerzahlen zu betrachten. Auch die Raum- und Kostenfrage müsse geklärt werden.

Zu 7.               Es wurden 17 bis 26 SuS ermittelt.

Zu 10.              Herr Schlichting antwortet, dass es in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen sei, eine aussagekräftige Befragung der SuS der anderen Schulformen durchzuführen.

Herr Radeck antwortet wie folgt:

Zu 6.                Der Demografische Wandel mache sich im Landkreis Helmstedt nicht einheitlich bemerkbar. Die Randgebiete des LK, sprich die Gemeinde Lehre und die SG Velpke profitieren von der Nähe zu Braunschweig und Wolfsburg. Hier sei der Rückgang der Schülerzahlen nicht so gravierend. Die Eltern aus diesen Bereichen seien nicht bereit, ihre Kinder zur IGS nach Helmstedt zu schicken, hierzu würden sie vermutlich auch künftig aufgrund der Entfernungen nicht bereit sein. Es zeige sich, dass im Einzugsbereich der IGS Helmstedt die Schülerzahlen eher rückläufig sind. Somit sei es vernünftig die nächsten zwei Jahre zu nutzen, um eine belastbare Tendenz zu erkennen.

Zu 9.                Zum jetzigen Zeitpunkt können die Fakten durch die SuS nicht verändert werden. In der Zukunft können die SuS Ihren Willen in den Umfragen noch deutlicher formulieren.

Zu 10.              Herr Radeck sagte, der Beschlussvorlage läge gründlich recherchiertes Zahlenmaterial zugrunde. Anhand dieser Ausarbeitungen habe sich die Verwaltung für diesen Beschlussvorschlag entschieden. Er hob noch einmal deutlich hervor, dass sich das schulische Angebot im LK Helmstedt nicht verschlechtern werde.

Herr Stahl antwortet wie folgt:

Zu 8. Die Attraktivität liegt auch in den Wahlmöglichkeiten der Schulformen.

Herr Stahl dankt allen Anwesenden für die anregende Diskussion.

 
TOP 5 Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Giordano-Bruno-Gesamtschule in Helm-stedt zum 01.08.2017 (Drs.-Nr. 151/2016)

Protokoll:

Herr Weihe äußert seinen Unmut darüber, dass seitens der Lehrer der Beginn einer Ausbildung lediglich als letzte Möglichkeit in Betracht komme. Nicht jeder Schüler müsse Abitur machen. Man brauche auch gute Schülerinnen und Schüler, die bereit seien, sich den Anforderungen einer Ausbildung zu stellen. Eine gute Ausbildung sei nicht weniger wert als ein Abitur. Außerdem bestehe in unserem Schulsystem die Möglichkeit, das Abitur auch während einer Ausbildung oder auch anschließend zu erwerben. Diese Möglichkeit gebe es in anderen Ländern nicht.

Herr Hansmann begrüßt es, dass grundsätzlich ein gemeinsamer Konsens vorhanden sei. Die Einrichtung einer Oberstufe am Standort Helmstedt sollte das Ziel aller sein. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Perspektive, weil 3 Argumente gegen die Einrichtung einer Oberstufe sprächen:

1. die Schülerzahlenprognose sei nicht positiv genug

2. die Profilvielfalt sei in Gefahr

3. die räumliche Unterbringung der IGS-Oberstufe sei nicht geklärt.

Zu 1 sei zu sagen, dass bei der Berechnung nur die 58 % SuS, die an der IGS in Helmstedt, den erweiterten Sekundarabschluss I erwerben, berücksichtig worden seien. Die SuS, die nach Braunschweig und Wolfsburg abwandern, würden in der Berechnung fehlen. Würden diese Berücksichtigung finden, komme man zuverlässig auf die notwendigen 54 SuS. Weiterhin werde nicht berücksichtig, dass die SuS der Realschulen, Oberschulen und Hauptschulen mit einem erweiterten Sekundarabschluss die Oberstufe der IGS ebenfalls nutzen könnten.

Herr Hansmann stellt die Frage, ob es aus der Landesschulbehörde Signale gebe, dass mit den vorgelegten Zahlen mit einer Ablehnung des Antrages zu rechnen sei. Desweiteren bittet er um Mitteilung, ob es aus anderen Landkreisen Erfahrungsberichte gebe, die mit ähnlichen Prognosen eine Oberstufe eingerichtet haben.

Herr Schlichting antwortet, dass die Anzahl der Anmeldungen an den Schulen in den Nachbargebieten gleichbleiben sei.

Der Landkreis Helmstedt sei bekanntlich ein Flächenlandkreis mit zwei starken Randgebieten wie Lehre und Velpke. Die SuS aus diesen Gebieten ziehe es in die Nachbarkreise. Einer Abwanderung könne nur durch die Änderung der Schulbezirke begegnet werden. Die vorhandenen Kooperationen mit Braunschweig, Wolfsburg und Wolfenbüttel sollten derzeit nicht verändert werden.

Herr Radeck fügt hinzu, dass nur ein direkter Vergleich mit dem Nachbarkreis Wolfenbüttel möglich sei. Dort habe man ähnliche Probleme mit der Erfüllung der Anforderungen hinsichtlich der Schülerzahlen. Das Verhalten von den SuS aus diesem Gebiet sei zurzeit noch nicht ermittelbar. Weiterhin sei der Demographische Wandel nicht außer Acht zu lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien zu viele Fragen offen. Die Vorlage der Verwaltung sei nach besten Wissen und Gewissen erstellt worden.  Die Entscheidung, in welche Richtung es gehen soll, liege bei den Ausschussmitgliedern.

Herr Stahl ist der Meinung, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung sich dazu Gedanken machen werden, wie die Profile in einem Flächenlandkreis vernünftig, qualitativ und mit Struktur gestaltet werden können.

Frau Liebermann erklärt, dass Sie und Ihre Fraktion grundsätzlich hinter dem Schulkonzept der IGS stünden. Man möge aber bitte nicht vergessen, dass bei Gründung der IGS immer nur die Einrichtung der Sekundarstufe I zur Diskussion gestanden habe. Die Einrichtung einer Oberstufe sei seinerzeit keine Option gewesen. Bereits bei der Anmeldung sollte den Eltern und den SuS bewusst sein, dass nach der 10.Klasse auf jeden Fall ein Schulwechsel anstehe. Es sei nicht sinnvoll mit aller Macht eine 4. Oberstufe einzurichten und damit die Profilvielfalt der anderen Oberstufen zu mindern. Die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS sollte nicht zu diesem Zeitpunkt stattfinden, für die jetzigen SuS des 10. Jahrganges sei mit der Einrichtung einer Auffangklasse gesorgt. Weiterhin sei es nicht außeracht zulassen, dass es in Niedersachsen das Zentralabitur gebe und somit die Voraussetzungen an allen Schulformen gleich seien.

Der Vorlage der Verwaltung sollte zugestimmt werden.

Herr Weber schließt sich den Worten von Frau Liebermann an und fügt hinzu, dass man die Einrichtung der Auffangklassen von der Diskussion um die Einrichtung einer Oberstufe trennen sollte. Diese Klasse sei vom Gesetzgeber dafür gedacht, den Wechsel von G8 auf G9 zu erleichtern.

Außerdem spricht er seinen Dank an die  Verwaltung für die nachhaltige und tiefgründige Ausarbeitung der Vorlage aus.

Der Vorlage sollte zugestimmt werden.

Herr Alt erklärte, dass es bei der Einrichtung einer Oberstufe zu weiteren Unsicherheiten kommen werde. Die vorhandene Profilvielfalt werde darunter leiden. Somit sei immer eine Personengruppe benachteiligt, entweder die SuS der IGS oder die SuS, die an den bestehenden Gymnasien die Profilvielfalt nutzen möchten. Allerdings sei für ihn nicht ersichtlich, wie sich die Prognosen in den nächsten 2 Jahren wesentlich verändern sollten. Er könne dem Beschlussvorschlag der Verwaltung daher nicht Folge leisten und stelle folgenden Änderungsantrag.

Der zweite Absatz ist aus dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu streichen.

Herr Höllerich Niemann merkt an, dass nicht nur SuS, die eine IGS besuchen, vor der Entscheidung stünden, welche Oberstufe besucht werden soll. Hiervon seien auch die SuS der Ober- und Realschulen betroffen. Er halte es für sinnvoller die Zusammenarbeit unter den bestehenden Oberstufen der im Landkreis Helmstedt ansässigen Gymnasien zu intensivieren, um ein möglichst vielfältiges Profilangebot anbieten zu können.

Herr Dr.Dr. Rakicky sagt, dass die Prognose für die Einrichtung einer weiteren Oberstufe nicht ausreichend sei. Das Überleben von 4 Oberstufen sei auf Dauer nicht zu erkennen.

Der Vorlage durch die Verwaltung sollte zugestimmt werden.

Herr Hansmann stellt die Frage, wie viel Raumbedarf es bei den Auffangklassen geben wird?

Herr Schlichting antwortet, dass das Gymnasium Julianum die Möglichkeiten habe, in jedem Jahrgang 3 Klassenräume zur Verfügung zu stellen. Es sei hier nicht nur der Raumbedarf für das nächste Jahr, sondern der Raumbedarf für die nächsten drei Jahre zu sehen.

Herr Radek ergänzt die Bedeutung des Begriffes der Auffangklasse bzw. Einführungsklasse und der Wichtigkeit der erforderlichen Schülerzahlen.

Herr Hansmann schließt daraus, dass mittelfristig der Raumbedarf am Standort der IGS nicht sicher gestellt werden könne. Die Auslagerung der Oberstufe sei daher notwendig. Er halte aber daran fest, dass zu einer vollwertigen IGS eine Oberstufe gehöre. Man sollte diesbezüglich über eine Kooperation mit einem Gymnasium nachdenken. Da das Gymnasium Julianum ausreichend Raumkapazitäten für die Auffangklassen habe, wäre die Unterbringung der IGS-Oberstufe in den Räumlichkeiten des Gymnasiums Julianum möglich. Er stellt diesbezüglich einen Änderungsantrag.

Herr Stahl fasst die Änderungsanträge zusammen.

Anschließend erfolgt die Abstimmung.

Antrag der FDP/UWG/ZIEL

-       den zweiten Absatz „ Für eine weitere Prüfung soll, soweit die Giordano-Bruno-Gesamtschule den Antrag aufrecht erhält, die Schulentwicklung der nächsten zwei Schuljahre als Grundlage dienen“ aus der Vorlage der Verwaltung zu streichen.

Der Antrag wird mit einer Ja-Stimme, elf Nein-Stimmen bei einer Enthaltungen abgelehnt

Antrag die Grünen/Bündnis 90

-       den Antrag der IGS Einrichtung der gymnasialen Oberstufe in Form einer Außenstelle mittelfristig mit einer Kooperation eines der Gymnasium zuzustimmen.

Der Antrag wird mit einer Ja-Stimmen, zwölf Nein-Stimmen abgelehnt.



Beschluss:

Der Ausschuss für berufs- und allgemeinbildende Schulen empfiehlt dem Kreisausschuss mit zwölf Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme, folgenden Beschlussvorschlag für den Kreistag zu fassen:

Der Antrag der Giordano-Bruno-Gesamtschule vom 25.04.2016 auf Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe zum 01.08.2017 kann zum derzeitigen Zeitpunkt hinsichtlich der Auswirkungen nicht abschließend beurteilt werden und wird daher abgelehnt.

Für eine weitere Prüfung soll, soweit die Giordano-Bruno-Gesamtschule den Antrag aufrechterhält, die Schulentwicklung der nächsten zwei Schuljahre als Grundlage dienen.


TOP 6 Anfragen und Mitteilungen

Protokoll:

Herr Wippich teilt mit, dass am 05.12.2016 die Schülervertreter und am 19.12.2016 die Elternvertreter gewählt werden sollen.

Frau Sanli bittet darum, dass in Zukunft die Einladungen und Vorlagen zusammenhängend und mit den richtigen Ortsangaben versendet werden.

Der Vorsitzende schließt um 17:45 Uhr die 2. öffentliche Sitzung des Ausschusses für berufs- und allgemeinbildende Schulen.

 

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